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Puli

Der Puli (Plural: Pulik) ist eine von der FCI (Nr.55, Gr.1, Sek.1) anerkannte ungarische Hunderasse.

Herkunft und Geschichtliches

Der Puli, Plural - Pulik, war integraler Bestandteil des Lebens der ungarischen Schäfer über tausend Jahre. Bei der Besiedlung des Karpatenbeckens durch Magyaren im 9. Jhdt. brachten sie diese Hunde mit. Bei Ausgrabungen in Mesopotanien wurden 4000 Jahre alte Amulette gefunden, Abbilder, die dem heutigen Puli ähnlich sehen. Wesentliche Einbrüche entstanden sowohl durch die Eroberungen Ungarns durch die Osmanen im 16. Jhdt., als auch durch die Eroberungen durch die Habsburger, die den Ungarn die Zucht von eignen Hunderassen verboten. Erst nach dem Österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 konnte die Zucht legal betrieben werden. Emil Raitsits war “der” ungarische Forscher der sich 1915 um den Eintrag der Pulik bei der FCI bemühte und 1924 den Standard als “Rasse” erreichte. Das heute noch geflügelte Wort, “nem kutya, hanem puli” auf Deutsch “es ist kein Hund, es ist ein Puli” drückt die Verbundenheit vieler Ungarn mit “Ihrem” Puli aus.

Beschreibung

Eine typische, meist bodenlange Schnüren-Behaarung ist Rassenmerkmal und auffälligstes Kennzeichen der bis 45cm großen (Widerrist) und bis zu 14kg schweren Pulik. Dieses Haarkleid bildet sich über einen Zeitraum von 1-2 Jahren nach Ablegen des flauschigen Welpenfells, wenn feine Unterwolle und gröbere Deckhaare miteinander verfilzen. Die durch die besondere Beschaffenheit der Haare jahrelang anhaltende Verfilzung von lebenden mit abgestorbenen Haaren bildet bei entsprechender Pflege feste und schwere Schnüre oder Bänder, die den Dreadlocks jamaikanischer Rastafari ähneln. Dieses dichte Fell soll den arbeitenden Hütehund sowohl vor Kälte als auch vor den Bissen angreifender Raubtiere schützen. Es wird nicht ausgetauscht und wächst nur langsam nach. Die Schnüre bedecken auch die Augen, so daß der Hund sichtbehindert sein kann, wenn sie nicht zusammen gebunden werden. Schlappohren, dunkle, mandelförmige Augen und eine schwarze Nase gehören ebenfalls zum Rassestandard. Die dichtbehaarte Rute (Schwanz) wird aufgerollt getragen. Pulik können sowohl schwarzes als auch weißes Fell haben, sowie nahezu alle Zwischenstufen.

Wesen

Selbstständig, willensstark, wachsam, mutig und laut bellend verteidigen diese ursprünglichen Arbeitshunde in ihrer Heimat Ungarn die ihnen anvertraute Herde oder ihr Territorium und sind dabei fremden Menschen und Tieren, auch anderen Hunden gegenüber misstrauisch. Sie sind beweglich, schnell, lernbegierig und ausdauernd. Als Gebrauchshunde arbeiten Pulik als Hütehunde für Kleintiere, Borstenvieh und Geflügel, die Herden in der Größe von hunderten von Tieren zusammen halten können. Daher auch das ausgeprägte Treibverhalten mit Fixieren, Beißen in die Fersen und Verbellen. Bei einem reinen Haushund kann diese Bellfreude jedoch gelegentlich zum Problem werden. Als Haushund ist ein Puli ein treuer Begleiter, der auch seine menschliche Familie und deren Grundstück mit größter Aufmerksamkeit bewacht. Gut geprägte Pulik sind im allgemeinen umgänglich, werden sie aber auf dem Grundstück des Besitzers (also ihres Rudels) allein gelassen, sind sie fremden Menschen gegenüber scheu und mißtrauisch. Fremde Personen sollten ihnen daher erst "vorgestellt" werden und als Freunde der Familie erklärt werden.

Genetisch sind Puli dem Coppinger´schen Urhund mit 13 kg sehr ähnlich und auf Grund ihrer Statur äußerst lauffreudig und beweglich. Wegen ihres üppigen Fells, das diese Hunde temperaturanfällig macht, sind im Sommer ideale Bewegungszeiten die Morgen- und Abenddämmerung. Bei Temperaturen von ca. 15 Grad Celsius erleben Sie agile "huncut" (ungarisch Strolche), die bei Hitze jedoch stundenlang regungslos dösen. Pulik mit voller Behaarung verlieren ihre anfängliche Wasserfreude manchmal und gehen dann nur noch ungern schwimmen. Das bodenlange Fell saugt sich voll, und die langen Zotten behindern sie beim Schwimmen. Da das Fell auch nur langsam trocknet, trägt der Hund stundenlang eine schwere Last.

Puli haben eine für Hunde dieser Größe übliche hohe Lebenserwartung von ca. 14 Jahren. Es gibt auch Berichte von Puli, die 18 Jahre und älter wurden.

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